Das Chordpro Dateiformat: Eine Einführung

Damit wir alle möglichst viel mit den hochgeladenen Dateien anfangen können, nehmen wir grundsätzlich nur Texte im ChordPro-Format entgegen. Das mag für manche erstmal gewöhnungsbedürftig sein, aber lohnt sich immens und man lernt es ganz schnell, versprochen! 🙂

Wenn du dich mit ChordPro schon auskennst: hier ist ein CheatSheet in Kurzform mit allen unseren Anforderungen und einem passenden Template.

Wir haben auch eine Chordpro Format Checker Web-App, die sehr hilfreich dabei ist, Formatierungsfehler zu finden.

ChordPro ist ein offenes, textbasiertes Dateiformat für Songtexte mit Akkorden. Um Chordpro zu schreiben, braucht man kein spezielles Programm, sondern kann einfach im Editor oder Notepad etc. schreiben – mit jedem Programm, das .txt-Dateien erstellen kann.
(Aber gut lesen und mit all ihren Möglichkeiten benutzen kann man sie nur in einer passenden App. Die lohnt sich aber!)

Mit dem Text-Editor deiner Wahl erstellst du also eine einfache Textdatei. Dort kopierst du erstmal deinen Songtext rein und schon kann es losgehen.

Der eigentliche Songtext wird bei ChordPro um zwei Arten von Markierungen erweitert:

  • Akkorde sind genau das: Akkorde eben. Sie stehen in eckigen Klammern [ ... ].
  • Direktiven sind Infos über den Song, die Chordpro-Programme für clevere Darstellung nutzen können. Sie stehen in geschweiften Klammern { ... }.
    Sie werden z. B. genutzt für:

    • Anfang und Ende von Refrain und Bridge
    • Kommentare
      • Die {c:} oder {comment:}-Direktive kennzeichnet generell Kommentare jeder Art und kann für jegliche Hinweise genutzt werden.
      • Achtung, kein Leerzeichen nach dem Doppelpunkt!
    • Metadaten wie Titel und Künstler
      (Hinweis: bei allen Direktiven außer Kommentaren sind Leerzeichen hinter dem ggf. vorhandenen Doppelpunkt egal.)

Hier auf dieser Seite erklären wir das ganze Format am Beispiel von Sagensangs „Der schwarze Ritter“ (und ggf. anderen, wo nötig).
(Die grauen Code-Blöcke kannst Du mit den copy-Button-Buttons rechts daneben einfach komplett in deine Zwischenablage kopieren, wenn du magst.)

Achtung! Wir erklären das hier in einer Reihenfolge, die hoffentlich leicht nachzumachen ist, um auch Anfänger:innen nicht zu überfordern.
Das ist NICHT die Reihenfolge, die die Einträge dann in der Datei haben, sondern eine empfohlene Arbeits-Reihenfolge.
Was wo hin muss, wird dann an passender Stelle erklärt.
Wenn ihr verwirrt seid, guckt euch einfach parallel eine der schon veröffentlichten ChordPro-Dateien als Referenz an. 🙂

Inhaltsverzeichnis:


Aufbau einer Chordpro-Datei fürs Open Filk Songbook

Dateinamen

Die Datei speicherst du wie eine .txt-Datei und benennst sie bitte so:

Submitter__Title.pro
(Ja, da sind zwei Unterstriche dazwischen! Das macht es leichter, die Liste zu lesen.)

  • Für Submitter verwendest du deinen Filk-Namen. (Für Kombinationen aus bürgerlichem Namen und Pseudonym, schau bitte auf die verlinkte Seite.)

(Du kannst auch erst als .txt speichern und dann die Endung in .pro ändern.)

Beispiele

Sagensang__Der schwarze Ritter.pro
Steve Macdonald__Crossroads.pro

Grundsätzliche Struktur

Prinzipiell sind ChordPro-Dateien so aufgebaut:

Oben hat man einen Header, in dem Titel und Künstler:in stehen.
Und dann folgt der eigentliche Songtext mit den Akkorden.

Da wir für das Open Filk Songbook noch ein paar zusätzliche Informationen (sogenannte Metadaten) brauchen, kommen bei uns noch 2 Abschnitte hinzu:

Chordpro Struktur für Songbook


1. Der Header

Ganz oben in der Datei müssen Titel und Künstler:in so eingetragen werden:

{title: Der schwarze Ritter}
{artist: Sagensang}

(Falls du ChordPro schon kennst: Bitte kein {subtitle} benutzen – stattdessen {artist}!)

Bei „artist“ trägst du bitte deinen Filk-Namen ein.
Wenn der Song ein Derivat ist (z. B. die Melodie eines existierenden Liedes benutzt), dann setz bitte den Original-Artist dahinter, mit einem + getrennt. (Bei Nicht-Filk: nimm den bekanntesten Interpreten.) Z. B.: {artist: Gavran + Frank Sinatra}. Bei anderweitig mehreren Song-Schreibenden trennst Du diese ebenfalls mit + (z.B.: {artist: Lastalda + Nani})


2. Der Songtext

Danach kommt einfach der Liedtext. Einfache Leerzeilen trennen die Abschnitte.

Wenn du einen Refrain markieren willst:

  • Vor die erste Zeile kommt {c:Chorus} oder {c:Refrain} .
  • Dann kommt entweder {soc} oder {start_of_chorus} (was auch immer du lieber magst – es heißt beides das gleiche und leitet einen Refrain ein)
  • Dann kommt der Refrain-Text.
  • Und zum Abschluss noch ein {eoc} oder {end_of_chorus}

Für eine Bridge geht’s genauso, nur mit:

  • {c:Bridge}
  • {sob} bzw. {start_of_bridge} und
  • {eob} bzw. {end_of_bridge}.

Beispiel

{c:Chorus}
{soc}
Ich wollte nie der schwarze Ritter sein in euren Heldensagen
Er gilt als hässlich, grausam und gemein, das kannst du jeden fragen
Ich wollte nie der schwarze Ritter sein, doch hat’s sich so ergeben
Jetzt bin ich hässlich, grausam und gemein und muss wohl damit leben
{eoc}

Und so weiter mit Strophen, Bridge, Refrain usw. bis du alle Teile, die das brauchen, entsprechend markiert hast (Strophen bleiben unmarkiert).

Die Akkorde

Jetzt fügst du die Akkorde hinzu. Akkorde werden immer vor die Silbe gesetzt, auf der sie gespielt werden sollen, und stehen in eckigen Klammern.
Das gilt auch, wenn der Akkordwechsel mitten im Wort ist, z.B. ent[G]kommen.

Beispiel

{title:Der schwarze Ritter}
{artist:Sagensang}

{soc}
Ich [Am]wollte nie der [Dm]schwarze Ritter [Am]sein 
in [Am]euren Helden[E]sagen
...
{eoc}

👉 Wichtige Regeln:

  • Akkorde immer in englischer Schreibweise! (also B und Bb statt H und B).
  • Grundakkorde sind: C, D, E, F, G, A, B
  • Erweiterungen kommen dahinter, mit in die eckige Klammer:
    • [C] → C-Dur
    • [Cm] → C-Moll
    • [C#] → Cis-Dur
    • [C#m] → Cis-Moll
    • [C/E] → C-Dur mit E im Bass
    • [C7] → C7
      usw.

Für ungewöhnliche Akkorde kannst du mit der Direktive {define:...} eigene Definitionen angeben (Anleitung siehe hier).


3. Meta-Informationen

Alles bis hierhin reicht prinzipiell aus, um eine gültige Chordpro-Datei zu haben, die man in Songbook-Apps benutzen kann.

Für das Open Filk Songbook hätten wir gern zusätzlich einige Angaben.
Einige davon sichern uns rechtlich ab.
Andere sind die Grundlage der Indices, durch die man eure Lieder überhaupt erst im Songbook findet.

Diese Meta-Informationen verteilen sich auf 2 grundsätzliche Blöcke:

  • Die Präambel liegt zwischen Header und Songtext und enthält primär Informationen, die man ggf. für die Performance braucht:
    • Wer hat das Lied geschrieben?
    • Worum geht es?
    • Welcher Capo wurde ggf. genutzt?
  • Der Footer folgt nach dem Songtext und enthält weiterführende Informationen:
    • Wenn vorhanden: auf welchem Album ist das Lied zu finden?
    • Wenn vorhanden: Link zu Aufnahme und/oder Noten
    • Angaben zur Lizenz, unter der das Lied veröffentlicht wird.

Zwischen die 3 großen Blöcke (also Präambel, Songtext und Footer) müssen jeweils 2 Leerzeilen, um die zu trennen!

3.1 Die Präambel

Diese kommt, wie gesagt, nach dem Titel/Artist-Block ganz oben und ist von diesem durch eine Leerzeile getrennt.

3.1.1 Credits / Copyright

Im erste Block der Präambel erfassen wir, wer alles an der Entstehung dieses Liedes beteiligt war und wann es entstanden ist.

Für Original-Songs:

Bei Originalen (die also nicht auf einem anderen Lied beruhen) ist das ganze relativ schlicht.

Beispiel:

{c:Lyrics & Music: Sagensang, 2020}
{meta:year:2020}
{meta:filkers:Sagensang}

oder:

{c:Lyrics: Draketo, 2016} 
{c:Music: Lastalda, 2025}
{meta:year:2025}
{meta:filkers:Draketo,Lastalda}

Wir brauchen also:

  • Als erstes die Menschen, die Text und Musik geschrieben haben (jeweils Filk-Namen verwenden. Von allen Text-Autor:innen brauchen wir eine Anmeldung).
    • Gerne jeweils mit Jahr/Datum, wenn ihr die wisst (sonst halt ohne).
    • Das soll generell Menschen-lesbar sein und wird in Comment-Direktiven {c:} gepackt, ist also in der App sichtbar.
  • Dann das Jahr, in dem der Song beendet wurde, als {meta:year:}. (Wenn ihr das nicht wisst, lasst die Zeile weg. Dann erscheint das Lied aber nicht im „nach-Entstehungsjahr„-Index, denn der fußt auf diesem Eintrag.
  • Anschließend eine Auflistung aller beteiligten Filker:innen (wiederum: Filk-Namen verwenden), als {meta:filkers:} – einfach als Komma-getrennte Liste ohne Leerzeichen. Gemäß dem Inhalt dieser Liste wird das Lied in den nach Künstler:in (Filker:innen)„-Index einsortiert.

Für Derivate:

Bei Derivaten (also Liedern, die auf anderen Liedern basieren) wird es ein bisschen komplexer.

Wir brauchen wieder dieselben Angaben wie bei Original-Songs, aber zusätzlich noch:

  • Bei {c:Music:} muss noch Titel und Komponist:in des Original-Songs angegeben werden (nach bestem Wissen und Gewissen).
  • Wenn das Original kein Filk ist, kommen dessen Komponist:in sowie bekannte Interpreten/Bands in eine zusätzliche Liste namens {meta:nonfilkers:}, auf der der „nach Künstler:in (Nichtfilker:innen)„-Index aufgebaut wird. (Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob jemand Filker:in ist: tragt den Namen in beide Listen ein, dann taucht das Lied in beiden Indices auf.)
  • Der Titel des Original-Songs (und wirklich nur der Titel) muss als {meta:original_song:} angegeben werden. Darauf fußt der „nach Original-Song (für Derivate)„-Index.

Das kann dann insgesamt z. B. so aussehen:

{c:Lyrics: Lastalda, 25.02.2018}
{c:Music: "Never enough" by Pasek and Paul, from "The Greatest Showman" soundtrack}
{meta:year:2018}
{meta:filkers:Lastalda}
{meta:nonfilkers:Pasek and Paul,The Greatest Showman}
{meta:original_song:Never enough cake}

Hinter den Credits-Block kommt eine Leerzeile.

3.1.2 Kontext

Wenn du etwas Kurzes zum Inhalt/Hintergrund des Songs erklären möchtest, ist hier der richtige Platz dafür.
Du kannst dafür die Comment-Direktive {c:} nutzen, z. B.:

{c:Dieses Lied wurde inspiriert von...}

Lass es bitte nicht ausufern. Eine handvoll Zeilen sind okay, aber bitte kein halber Roman. 🙂
Achtung, Songbook macht in Kommentaren keine automatischen Zeilenumbrüche. Mehrere kurze Kommentar-Zeilen (jede mit eigenem {c:}) sind also besser lesbar als eine lange.

3.1.3 Capo

Wenn du eine Information zum Setzen eines Kapodasters setzen möchtest, dann bitte hier, am Ende der Präambel, als Kommentar mit 1 Leerzeile davor:

{c:Capo 3}

Anschließend ist die Präambel zuende und es kommen auf jeden Fall 2 Leerzeilen und dann der Songtext.

3.2 Der Footer

Dieser kommt, wie gesagt, ans Ende der Datei, nach 2 Leerzeilen zwischen Liedtext und Footer.

3.2.1 Weiterführende Informationen und Links

Im ersten Block des Footers können optional folgende Angaben gemacht werden (jeweils ohne Leerzeilen dazwischen und nur die, die zutreffen und Du angeben möchtest).
Diese werden in der Songbook-App sichtbar angezeigt, die Links in der Regel auch klickbar.

Ist dieses Lied auf mindestens einem Album erschienen? Wenn ja:

{c:Album: "Album title" by Artist}

Wenn es auf mehreren Alben war, dann 1 solche Zeile pro Album.

Gibt es eine Aufnahme zu diesem Lied irgendwo online? Wenn ja:

{c:Recording:}
https://www.url/zum/Lied

Gibt es Noten zu diesem Lied irgendwo online? Wenn ja:

{c:Sheet music:}
https://www.url/zu/den/Noten

Nach diesem Block folgt eine Leerzeile. (Wenn der gesamte Block nicht existiert, dann keine zusätzliche Leerzeile.)

3.2.2 Lizenz-Hinweis

Im zweiten Block des Footers muss noch erklärt werden, unter welcher Lizenz du die Datei veröffentlichen möchtest, und woher jemand, der sie runterlädt, die hat.
Wenn du die nicht setzt, ergänzen wir die folgendermaßen:

{c:License (Lyrics): Filksongbook Minimal License V1.0, http://filksongbook.com/info/minimal-license-1-0}  <= oder was auch immer

Ihr dürft gern jede Lizenz aus unserer Lizenz-Liste nutzen.

Achtung! Ihr dürft nur das lizensieren, was euch gehört!
D.h. wenn die Musik von jemand anderem ist, ist das in der Regel nur der Text (daher „Lyrics“).

Wenn es euer komplett eigenes Lied ist oder ihr euch mit allen Rechte-Inhabenden geeinigt habt, dürft ihr auch die Lizenz für die Musik mit angeben, z.B. so:

{c:License (Lyrics): SING, https://www.thesilee.de/filk/sing/}
{c:License (Music): CC BY-NC-SA, https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/}

oder aber (wenn beide dieselbe Lizenz tragen):

{c:License (Lyrics & Music): SING, https://www.thesilee.de/filk/sing/}

Indem ihr das angebt, übernehmt ihr die Verantwortung dafür, dass ihr das dürft (also ggf. mit den anderen Urhebenden abgesprochen habt).

Die Angaben zu „source“ und „date added“, die ihr in den fertigen Dateien findet, werden im Kurationsprozess automatisch angefügt, das müsst ihr also nicht. 🙂

Anschließend bitte wieder 1 Leerzeile.

3.2.3 Tags

Tags werden nicht angezeigt, sind aber super praktisch zum Suchen und Sortieren der Lieder (siehe auch Songbook).
Stell sie dir als Kategorien vor, in die dein Lied passt.
Auf diesen beruhen unsere Themen-Indices:

Die Angabe von Tags ist nicht verpflichtend – aber wenn Du keine angibst, wird das Lied eben auch in keinem der Themen-Indices auftauchen und dadurch schlechter gefunden.

Bitte nur ein Tag pro Zeile, so viele wie du magst und passen:

{tag:theme:medieval}
{tag:mood:funny}
{tag:language:German}

So findet man diesen Song auch in seiner Songbook-App, wenn man nach Liedern mit Mittelalter-Themen sucht, nach witzigen Liedern oder deutschen Liedern.

👉 Bitte verwendet möglichst nur Tags aus unserer offiziellen Liste, damit keine unterschiedlichen Schreibweisen für dieselbe Sache entstehen!
(Neue Tags dürft ihr gern über das Kontaktformular oder per Email vorschlagen – wir besprechen die dann im Team und nehmen sie wahrscheinlich auf, wenn sie so klingen, als ob sie Potential für mehr als 1-2 Lieder haben.)

3.2.4 Sonstige Metadaten

Wenn ihr noch weitere unsichtbare Dinge wie z.B. {define:}-, {time:}– oder {key:}-Direktiven setzen wollt, dann ist ganz am Ende der Datei der richtige Ort dafür.
Wenn nicht, dann nicht. 🙂


👉 Und das war’s! Nach diesem Schema kannst du direkt anfangen, deine Songs im ChordPro-Format aufzuschreiben und hochzuladen, sobald deine Anmeldung durch ist. (Benutz gern vor dem Einreichen den Chordpro Format Checker.)

Generell ist es ne gute Idee, erstmal eine Datei einzureichen und auf Feedback zu warten. Wenn die reibungslos durchgeht, dann macht euch gerne an weitere Dateien. 🙂